Quo Vadis Bitcoin?

Quo Vadis Bitcoin?

Für die einen, wie Nobelpreisträger Nouriel Roubini, ist der Bitcoin die „Mutter aller Blasen“, für die anderen, wie Star-Investor Tim Draper ist er “größer als das Internet. Es ist größer als die Eisenzeit, die Renaissance. Bitcoin ist größer als die Industrielle Revolution”. Der Wandel, der mit den digitalen Währungen und der Blockchain stattfindet, erstreckt sich auf alle Bereiche: “Dieser Wandel findet schneller und weitreichender statt, als wir uns jemals hätten vorstellen können”, ist Draper überzeugt. Gemäß seinen Aussagen solle der Bitcoin-Kurs in den nächsten vier Jahren auf 250.000 Dollar steigen, herkömmliches Geld gehöre dann der Vergangenheit an, berichtet CNBC.

Ist man also gerade noch geneigt zu glauben, dass es mit dem Bitcoin aufwärts geht, kann jedoch, wie die Vergangenheit bereits gezeigt hat, der Hype auch sehr schnell wieder vorbei sein. Fakt ist jedoch, aktuell verzeichnet der Bitcoin einen deutlichen Aufwärtstrend. Am frühen Dienstagmorgen durchbrach er erstmals seit einem Monat wieder die 9.000-Dollar-Marke. Die gute Nachricht ist, ein Ende der neuen Entwicklung ist bisher nicht in Sicht.

Goldman Sachs hat bereits darauf reagiert und einen Kryptowährungs–Trader angeworben. Der ehemalige Trader Justin Schmidt soll nun das Unternehmen bei der Expansion in die Digital-Asset-Märkte unterstützen. Gerade der Neuzugang von Goldman Sachs zeigt das wachsende Interesse der institutionellen Investoren.

Eine Umfrage des Daten- und Informationskonzerns Thomson Reuters unter 400 Finanzdienstleistern ergab, dass bereits jedes fünfte Finanzunternehmen darüber nachdenken würde, in den nächsten zwölf Monaten in den Handel mit Kryptowährungen einzusteigen. Die Mehrheit der Interessierten planen, schon innerhalb der nächsten sechs Monate mit Währungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. zu handeln. Neill Penney vom Medienkonzern Thomson Reutes berichtet: „Kryptowährungen machen noch immer einen kleinen Teil des Handelsvolumens aus. Diese Umfrage zeigt aber, dass dieser Nischenbereich langsam in den Mainstream der Finanzdienstleisterbranche vordringt.“ In den vergangenen zwölf Monaten habe sich viel geändert.

Den völlig realen Bitcoin-Wert allerdings wollten kürzlich zwei Ökonomen herausfinden. Savvas Savouri, ein Hedgefond-Manager aus London, und Richard Jackman, ein emeritierter Professor an der London School of Economics, haben sich dazu entschlossen ganau das nach der Côtes-du-Rhône-Theorie (benannt nach dem Wein, den sie gerade tranken), basierend auf der Quantitätstheorie des Geldes von US-Wirtschaftsforscher Irving Fisher aus dem Jahre 1911, auszurechnen. In ihre Berechnungen zogen sie Faktoren mit ein, wie Verfügbarkeit, Umlaufgeschwindigkeit und Umsetzbarkeit in Waren und Dienstleistungen. Sie gingen davon aus, dass jeder der derzeit rund 15 Millionen Bitcoin etwa vier mal im Jahr verwendet wird und damit knapp 60 Millionen Zahlungen im Gegenwert von 1,2 Milliarden US-Dollar abgehandelt werden. Geteilt durch die 60 Millionen Zahlungen sollte der Wert eines Bitcoin herauskommen. Die beiden Ökonomen errechneten dabei zunächst einen Wert von 200 US-Dollar, bemerkten dann aber, dass sie sich um eine Dezimalstelle verrechnet hatten. Nach einer Korrektur ihrerseits beträgt der tatsächliche Wert eines Bitcoin nach Aussage der beiden Ökonomen derzeit genau 20 Dollar, berichtet Bloomberg.

Bildquelle: the-design_org, thx! (CC0 Public Domain)

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