Umfrage: Die Deutschen misstrauen der Kryptowährung Bitcoin

Umfrage: Die Deutschen misstrauen der Kryptowährung Bitcoin

Gemäß einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom, kennen inzwischen zwei Drittel der Bundesbürger den Bitcoin. 2016 waren es nur halb so viele. In Deutschland haben bisher vier Prozent der Befragten Bitcoin erworben oder damit bezahlt. 72 Prozent haben angegeben, dass sie kein Interesse an einer Nutzung der Kryptowährung hätten. Als Grundlage der Studie diente eine Befragung von 1.009 Bundesbürger ab 14 Jahren.

Bei dem Bitcoin handelt es sich um eine digitale Währung, die erstmals 2008 aufgekommen ist und nicht nur dank ihrer Verbreitung im Darknet schnell Bekanntheit erlangte, sondern auch durch die rasanten Kursgewinne, die sich damit erzielen ließen. So gaben rund zwei Drittel (64 Prozent) der Studienteilnehmer an, dass sie schon einmal etwas von Bitcoin gehört haben. 2016 betrug der Anteil  36 Prozent, 2013 sogar nur 14 Prozent.

Allerdings stehen die meisten Bundesbürger der digitalen Währung sehr skeptisch gegenüber: Nur jeder fünfte Befragte (19 Prozent) gab an, dass er sich vorstellen kann, Bitcoin zu erwerben und zu nutzen. Es zeigt sich, dass die Zahlungsalternative mit diesem Ergebnis weiter an Vertrauen verloren hat. Bei der letzten Bitkom-Erhebung im Jahr 2015 konnten sich noch 36 Prozent vorstellen, die Digitalwährung für sich selbst einzusetzen. Der Anteil derjenigen, die Bitcoin bereits als Zahlungsmittel verwenden, liegt gerade mal bei 4 Prozent. Die große Mehrheit von 72 Prozent gibt an, dass sie kein Interesse an einer Nutzung von Bitcoin habe.

Abschreckend wirkt auf potenzielle Nutzer vor allem die hohe Volatilität (Schwankungen) der Währung. So gaben 44 Prozent der Befragten an, Angst vor einem Wertverlust zu haben. Ähnlich viele wussten nicht, wofür dieses Kryptogeld überhaupt genutzt werden könne. Allerdings hat auch jeder fünfte Deutsche Interesse am Einsatz der Zahlungsart. Neugier und Unzufriedenheit mit der Geldpolitik sowie die Suche nach alternativen Währungen sind dafür die wichtigsten Gründe. Nur 6 Prozent gaben an, dass für sie erhoffte Kursgewinne beim Bitcoin-Kauf ausschlaggebend wären, um so ihr eingesetztes Kapital zu vermehren. 3 Prozent sind der Meinung, digitales Geld gehört einfach zu einer modernen Gesellschaft dazu.

Diejenigen, die keine Bitcoin nutzen wollen, geben als wichtigsten Grund dafür an, dass sie schlicht kein Interesse am Thema haben (63 Prozent). Für Jeden Vierten aus dieser Gruppe (26 Prozent) ist es zu kompliziert, die Währung zu erwerben. Jeder Fünfte hat Angst, dass das Kryptogeld gestohlen werden könnten (21 Prozent), 19 Prozent wissen nicht, wie und wo man Bitcoin kaufen kann. Kaum eine Rolle hingegen spielen ökologische Gründe wegen des hohen Energieverbrauchs bei der Erzeugung der Währung (1 Prozent).

Tatsächlich ist das zehn Jahre alte System des Bitcoin inzwischen überholt. Das spiegelt sich sowohl in den vergleichsweise hohen Transaktionskosten nieder, als auch in einer langsamen Transaktionsgeschwindigkeit. Darum wird die Eignung des Bitcoin als alltagstaugliche Kryptowährung von Experten zunehmend bezweifelt. Das meint auch Blockchain-Fachmann Philipp Sandner von der Frankfurt School of Finance und sagte am Donnerstag auf einer Journalistenveranstaltung in Frankfurt: Die Technik ist überholt. Er befürchtet aufgrund der bestehenden Probleme könnte sich das Thema Bitcoin in ein paar Jahren womöglich erledigt haben und bezeichnete zugleich Ansätze alternativer Kryptowährungen, wie Ethereum oder IOTA, als “weitaus brillanter”. Deren Technik ermöglichte es nicht nur dem Finanzsystem, sondern darüber hinaus auch der Industrie, von den Vorteilen der Blockchain-Technologie zu profitieren, wie in Form von Smart Contracts. Smart Contracts, die auf der Blockchain-Technologie basieren, ermöglichen automatische Verträge, die bei bestimmten Ereignissen in Kraft treten. Dabei benötigen sie keine Mittelsmänner mehr. Das kann für Entwickler interessant sein, um Lizenzen zu vergeben oder sichere Anwendungen zu entwickeln. Das Prinzip werde derzeit aktuell in der Pharmaindustrie oder in der Logistikbranche getestet.

Bildquelle: Anemone123, thx! (CC0 Public Domain)

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