NSA identifiziert laut Snowden-Dokumenten Bitcoin-Nutzer

NSA identifiziert laut Snowden-Dokumenten Bitcoin-Nutzer

Die von Edward Snowden veröffentlichten Dokumente zeigen, dass die NSA Transaktionsdetails von Kryptowährungs-Nutzern weltweit bereits seit dem Jahr 2013 sammelt und auswertet, wie The Intercept berichtet. Zudem bestünde der Verdacht, dass diese Daten teilweise an andere Bundesbehörden weitergeleitet wurden. Den vorgelegten Papieren zufolge habe die Bitcoin-Überwachung für die USA “oberste Priorität”.

Der US-Geheimdienst NSA hat intensiv an der Identifizierung von Bitcoin-Nutzern gearbeitet. Einmal identifizierte Nutzer wurden von der NSA auch tiefergehend ausspioniert. Dabei wurden Dank der lückenlosen Aufzeichnungen der Blockchain-Technologie nicht nur die Transaktionen selbst verfolgt. So soll der Geheimdienst auch in die Rechner der Zielpersonen eingedrungen sein, um Passwörter und MAC-Adressen auszuspähen, sowie Internet-Aktivitäten aufzuzeichnen. Derart gewonnene Informationen über Bitcoin- Nutzer hat die NSA in seine XKeyScore-Datenbank eingespeist.

Zwei NSA-Programme dienten der NSA offenbar als Aufspürhilfe: einmal “Oakstar”, zum anderen “Monkeyrocket”. Während bei Oakstar der gesamte, über internationale Glasfaserkabel abgewickelte Internetverkehr mitgeschnitten wurde, handelte es sich bei Monkeyrocket um ein kommerziell vertriebenes “Browsing-Produkt”, das vorgab, die Privatspäre der Nutzer zu schützen, allerdings im Hintergrund alle Daten, wie Passwörter zu bestimmten Diensten und auch IP-Adressen an die NSA weiterleitete. Das 2012 erstellte Monkeyrocket spezialisierte sich dabei vor allem auf den Nahen Osten, Asien und Osteuropa.

Laut Intercept-Recherche könnte dieses Programm für den SilkRoad-Fall von Ross Ulbricht von entscheidender Bedeutung gewesen sein. Das geleakte Dokument bezog sich zwar nicht ausdrücklich auf den Fall Ross Ulbricht, dennoch baute ein Teil seiner Verteidigung während des Prozesses darauf auf, dass das FBI Beweise illegal beschaffte. Die Anklage wies diese Theorie jedoch unmissverständlich zurück. Wie sich nun allerding doch zeigte, überwachte Monkeyrocket etwa sechs Monate vor seiner Verhaftung Bitcoin-Nutzer.

Matthew Green, Assistenzprofessor für Informationssicherheit an der John-Hopkins-Universität, bezeichnete die Aktionen der NSA als verwerflich und fügte hinzu, dass die Privatsphäre der Bürger leide. Er meinte, dass es schwer würde, im Netz tatsächlich anonym zu bleiben und das würde zunehmend zu einem Problem.

Bildquelle: TheDigitalArtist, thx! (CC0 Public Domain)

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