Ich habe einen schweren Fehler begangen: Hacker Lamo ist tot.

Ich habe einen schweren Fehler begangen: Hacker Lamo ist tot.

Ich habe einen schweren Fehler begangen. Der Cyber Security Experte Adrian Lamo ist gestern unter noch nicht geklärten Umständen im Alter von nur 37 Jahren ums Leben gekommen. Lamo wurde durch verschiedene Aktivitäten zu einem der meist gehassten Hacker. Im Zusammenhang mit Bradley Manning vertraute er sich dem Unternehmer und Internet-Schwergewicht Kim Dotcom an: “Kim, ich habe einen schweren Fehler begangen.” Gestern wurde er dann Tod aufgefunden. RIP Adrian.

Wikileaks und Lamo

Manning nahm eines Tages Kontakt zu Lamo auf und teilte ihm mit, dass er hunderttausende Dokumente des US-Außenministeriums kopiert hatte und plante, diese der Enthüllungsplattform Wikileaks zuzuspielen. Er erhoffte sich Ratschläge in Sachen Sicherheit und zudem moralisch – mentale Unterstützung, da auch Lamo, kein unbeschriebenes Blatt, Internetstraftaten aus Gewissensgründen beging. Bekannt wurde er durch verschiedene Einbrüche in Netzwerke, unter anderem von NBC, WorldCom, Excite und The New York Times und die bald darauf folgende Verhaftung.

Der Tag der Entscheidung

Lamo selbst folgte dann auch seinem Gewissen und alarmierte den Staatsschutz, weil es in dieser Sache um das Leben vieler amerikanischer Soldaten ging. Er erkannte, dass es um die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten ging. Am darauf folgenden 26. Mai 2010 nahmen sie Manning fest.

Der Geist in der Maschine

Das Besondere an Lamos Arbeitsweise war, dass er keine spezialisierten Hacker-Tools oder andere verbotene Software für seine Angriffe nutzte, sondern lediglich einen standardmäßigen Webbrowser, mit dem er auf Websites nach Schwachstellen suchte. Er versucht stets, sich in die Person zu versetzen, die das Netzwerk entworfen hat, um den Aufbau des Netzwerks zu analysieren und mögliche Schwachstellen ausfindig zu machen. Er suchte den Geist in der Maschine. Es ist z.B. bekannt, dass Lamo keine Programmiersprache besonders gut kannte. Wozu auch.

Hack auf New York Times

Bei der Durchsuchung der Website der New York Times auf mögliche Sicherheitslücken stieß er, erneut über das DNS Reverse Verfahren, durch Ausprobieren verschiedener IP-Adressen auf eine stillgelegte Intranet-Seite, über die er auf eine interne Suchmaschine zugreifen konnte. In ausgiebiger Recherche fand er schließlich eine Liste mit allen Usernamen und Passwörtern aller Times Angestellten, mit der es ihm möglich war, noch tiefer im Netzwerk der New York Times zu recherchieren. Er fand eine Liste mit Terrorverdächtigen aus den Vereinigten Staaten, sowie eine mit Kontaktdaten von jedem, der bereits einen Bericht für die Times geschrieben hatte. Er prahlte damit, die Kontaktdaten von Berühmtheiten, wie beispielsweise Bill Clinton oder Havard-Professoren zu kennen und schrieb sich selbst in die Liste der Zulieferer ein. Von da an hatte er das FBI im Nacken, dass nur noch darauf gewartet hatte, dass er eine Tat begeht, für die man ihn verurteilen kann. Dieses Warten darf man sich durchaus aktiv vorstellen.

Auf der anderen Seite nahm man ihm sein Verhalten im Zusammenhang mit Bradley Manning übel, so wurde er völlig zu unrecht zum “Verräter” abgestempelt und als meistgehasster Hacker der Welt bezeichnet. Gestern am 16. März 2018 endete das Leben des 37-jährigen Adrian Lamo.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)
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