Ist Vero das neue Instagram?

Ist Vero das neue Instagram?

Was ist dran am Hype um Vero? Aktuell steht die App in den Charts des App Stores von Apple auf Platz Eins der Gratis-Apps, noch vor WhatsApp oder Instagram und liegt somit derzeit voll im Trend. Vero verspricht „Wahrheit“ und das im Zeitalter von Algorithmen, die überwachen, ausspionieren und manipulieren. Vero möchte sich unterscheiden und kommt völlig ohne Werbung und “Data Mining” sowie selektierenden Algorithmen aus. Das Onlineerlebnis soll dadurch wieder „True social“, also echt sozial, werden.

Dabei gibt es das soziale Netzwerk Vero schon länger, denn bereits seit Juli 2015 ist das vom Milliardär Ayman Hariri gegründete Unternehmen am Start. Vero wird als „einzigartige Plattform“ beworben, die die „Echtwelt-Beziehungen online spiegele“ und „die Kunst der Kommunikation“ hinein in ein Social Network trage. Derzeit wirbt Vero mit einer kostenlosen Mitgliedschaft auf Lebenszeit für die erste Million Nutzer und erhält dieses Angebot zudem wegen der technischen Schwierigkeiten, die sich aus der Überlastung der Server ergebe wegen des überwältigenden Ansturms, noch aufrecht. Danach wird dann ein Mitgliedsbeitrag fällig. Neben den Abogebühren will Vero mit Provisionen an den Verkäufen verdienen, die Händler über die Plattform abwickeln.

Freunde findet die App automatisch. Nach dem ersten Anmelden durchsucht sie dazu die Smartphone-Kontaktliste. Der Nutzer kann dann bestimmen, ob die hinzugefügten Kontakte Bekannte, Freunde oder enge Freunde sein sollen. Zugleich kann man festlegen, welcher dieser drei Personenkreise die Veröffentlichungen sehen kann. Bei der Anmeldung ist es notwendig, eine E-Mail-Adresse und Telefonnummer anzugeben, welche dann mit einem per SMS zugesandten Code überprüft wird. Vero verspricht, all diese Daten vertraulich zu behandeln und sie zu verschlüsseln. Posten kann man Fotos, Links, Musik, Videos, Bücher und geografischer Ort, reine Textbeiträge sind nicht vorgesehen.

Jedoch lässt die Biographie von Vero-Gründer Ayman Hariri, Sohn des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq al-Hariri, das angeblich so „ehrliche“ Startup eher zweifelhaft erscheinen. Hariri war stellvertretender Geschäftsführer der saudi-arabischen Baufirma Saudi Oger. Die Firma hatte im Jahr 2016 mehrfach negative Schlagzeilen gemacht, da über Monate hinweg Lohnzahlungen für ihre Mitarbeiter ausblieben.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

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