EU-Kommission prüft Regulierung von Kryptowährungen

EU-Kommission prüft Regulierung von Kryptowährungen

Bei einem Runden-Tisch-Gespräch am Montag (26.02.2018) in Brüssel mit Aufsichtsbehörden, Zentralbanken und Marktteilnehmern, forderte Valdis Dombrovskis, Vizepräsident der EU-Kommission, eine Regulierung von Kryptowährungen. Mit der Begründung, Kryptowährungen seien in ihrem Wert nicht sicher und es gebe Raum für beträchtliche Spekulationen, schließt er ein Vorangehen der Brüsseler Behörde bei Regulierungen nicht aus, berichtet The Guardian.

Nachdem bereits vor rund zwei Wochen die EU-Kommission die Finanzaufsichtsbehörden gebeten hat, Warnhinweise zu Krytowährungen für Anleger zu verschärfen und zudem vorschlug, Kryptowährungen in die EU-Geldwäscherichtlinie einzubeziehen, sehen sie nun offenbar Handlungsbedarf, die Kryptowährungen zügig zu regulieren. Schließlich, so meint Dombrovskis, gebe es auch einen großen Mangel an Transparenz. So müsse die Identität der Herausgeber solcher Währungen und ihre Geschäftsstrategien Käufern bekannt gemacht werden. Man müsse auch aufpassen, dass die neuen Internetwährungen nicht von Kriminellen für Geldwäsche missbraucht würden. Deswegen stelle sich die Frage nach Regulierungen. Dies sollte aber in erster Linie auf internationaler Ebene erfolgen. Ein Zeitplan wurde nicht genannt.

Auch CSU-Europaparlamentarier Markus Ferber schloss sich dem allgemeinen Konsens an: „Bis in internationalen Gremien Standards entwickelt werden, vergehen Jahre. Viele Privatanleger verlieren aber heute Geld, weil sie sich der Gefahren virtueller Währungen schlichtweg nicht bewusst sind. Damit Privatanleger nicht Marktmanipulationen und Betrügern zum Opfer fallen, müssen virtuelle Währungen deswegen so reguliert werden wie andere Investmentprodukte auch.“, meint er.

Beim nächsten G-20 Treffen Ende November in Buenos Aires soll das Thema dann erneut zur Sprache kommen. Europa habe nur einen kleinen Anteil am globalen Handel mit Kryptowährungen. Aus diesem Grund müsse man mit den G20-Staaten und mit internationalen Normgebern zusammenarbeiten. Es hänge viel von den Diskussionen auf globaler Ebene ab, meint Dombrovskis. Auch Deutschland und Frankreich haben in einem gemeinsamen Schreiben darum gebeten, die Kryptowährungen auf die Tagesordnung des G-20-Gipfels zu setzen, indem sie auf die Dringlichkeit von Maßnahmen bezüglich der Kryptowährungen hinwiesen. Sie meinen, es würden sich daraus ebenso neue Chancen ergeben, die jedoch zugleich erhebliche Risiken für Investoren darstellen könnten und anfällig für Finanzkriminalität ohne Schutzmaßnahmen wären.

Die politischen Entscheidungsträger befürchten, Arbeitsplätze und Wachstum in andere Regionen zu verlieren, wenn sie allzu hart gegen die Innovation in diesem Sektor vorgehen, insbesondere aufgrund der Blockchain-Technologie, die Kryptowährungen untermauert und die laut Dombrovskis vielversprechend sei. Die EU-Kommission werde Anfang März ihren Fintech-Aktionsplan vorlegen. Dann stünde auf der Tagesordnung, zu sehen, wie sich dieser Bereich international entwickle. Ende des Jahres oder Anfang 2019 soll das Ergebnis der Überprüfung der Kryptowährungen vorliegen, so Dombrovskis.

Bildquelle: Leamsii, thx! (CC0 Public Domain)

Related Post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.