Bad News: Browsergame erklärt, wie Fake News entstehen

Bad News: Browsergame erklärt, wie Fake News entstehen

Mit dem kostenlosen Web-Game Bad News, in dem der Spieler selbst zum Autor von Falschmeldungen und Verschwörungstheorien wird, wollen Forscher der University of Cambridge und Medienexperten darüber aufklären, wie Fake News aufkommen und fruchtbaren Boden finden, um sich weiterzuverbreiten. Ziel des Spiels ist es, sich als Nutzer durch das Wissen, wie Falschmeldungen entstehen, besser vor Manipulation schützen zu können.

Das von Wissenschaftlern der Universität Cambridge gemeinsam mit niederländischen Journalisten entwickelte, textbasierte Browsergame steht unter dem Motto: “From fake news to chaos! How bad are you? Get as many followers as you can.” Darin soll sich der Spieler anhand eigener herausgegebener Falschmeldungen weiterentwickeln und zum Herausgeber einer Fake-News-Seite mit zahlreichen Lesern aufsteigen.

Ganz am Anfang steht ein erboster Tweet, der auf frei erfundenen Fehlinformationen beruht, wobei sich der Spieler zwischen verschiedenen Themenbereichen, wie Politik, Medien oder Verschwörungstheorien, entscheiden kann. Die Nachricht allein bewirkt zunächst noch wenig. Um die eigene Glaubwürdigkeit zu steigern, bekommt der Spieler nun virtuelle Hilfe. Er wird von einem imaginären Mentor angeleitet, der ihm erklärt, wie man die Dynamiken von Social Media und menschliche Emotionen, wie Furcht, Angst, Misstrauen, Verunsicherung oder Wut zielgerichtet einsetzen und ausgenutzen kann, um möglichst viele Leute von den eigenen Ideen zu überzeugen. Es werden solche Mittel eingesetzt, wie das Imitieren von bekannten Persönlichkeiten, das Erstellen von gefälschten Twitter-Accounts und das emotionalisierte Umdeuten von eigentlich korrekten Meldungen. Ziel ist es, Stammleser aufzubauen und möglichst viel Vertrauen bei der eigenen Leserschaft zu gewinnen, um so die Falschmeldungen flächendeckend verbreiten zu können. Im Spiel muss der Gamer folglich stets seine Follower-Zahlen und seine Glaubwürdigkeit im Auge behalten. Diese stehen immer in Abhängikeit zu seinen getroffenen Entscheidungen. Sollte eine der Falschmeldungen angegriffen werden, hat man auch hier verschiedene Möglichkeiten, dem zu begegnen: entweder man gesteht Fehler ein oder geht zum Gegenangriff über. In einem weiteren Schritt hat der Spieler die Möglichkeit, wahlweise eine eigene News-Seite oder einen Blog zu eröffnen.

Sander van der Linden, einer der Herausgeber, bringt die Hintergründe der Spieleentwicklung noch einmal zum Ausdruck: “Unsere Idee ist, dass, wenn du die Taktiken gesehen und genutzt hast, du Widerstandskräfte dagegen aufbaust. Wir möchten, dass die Öffentlichkeit erfährt, was diese Menschen tun.“

Eine Studie, die über die kommenden sechs Monate laufen soll, hat zum Ziel, die Wirkung des Spiels auf die Gamer zu testen. Die Entscheidungen der Spieler und ihre Reaktionen werden darin gesammelt und ausgewertet. Dazu kommt eine Umfrage, die man vor und nach einer Partie beantworten kann. Es ist aber auch möglich, diese Befragungen mit einem Klick zu überspringen.

Bisher ging vom dem Game im November 2017 eine niederländische Ausgabe online, zudem ist im Februar 2018 eine englischsprachige Version erschienen. Ob es auch eine deutsche Fassung geben wird, ist noch unklar.

Bildquelle: Pixaline, thx! (CC0 Public Domain)

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