Muso-Studie: 60 Prozent der Briten nutzen Piratenangebote

Muso-Studie: 60 Prozent der Briten nutzen Piratenangebote

Das in London ansässige Anti-Piraterie-Unternehmen Muso führte eine neue repräsentative CitizenMe-Umfrage durch. CitizenMe ist eine App, die den Nutzern Bargeld für das Ausfüllen von Fragebögen zukommen lässt. Für die Studie wurden 1.000 britische Erwachsene zu Pirateriethemen befragt, darunter, wie und warum Piraten Inhalte auf diese Art konsumieren. Das Ergebnis der Umfrage ist überraschend: Weil sie keine legalen Alternativen finden können.

So gaben 60 Prozent der befragten Briten an, illegal gestreamte oder heruntergeladene Filme, Fernsehsendungen oder Musik heruntergeladen zu haben. Mehr als die Hälfte von ihnen ist sich darüber im Klaren, dass sie damit eine Urheberrechtsverletzung begehen. Das gaben 53 Prozent der Nutzer von Piraterie- Diensten an.

Auf die Frage nach den Gründen einer Nutzung von illegalen Quellen gaben rund 35,2 Prozent der User an, es wäre eine Kostenfrage, sie könnten sich legale Angebote schlichtweg nicht leisten. 34,9 Prozent sagten aus, dass sie sich rechtswidrigen Bezügen zugewandt haben, weil der gewünschte Inhalt nicht auf Diensten oder TV-Kanälen verfügbar war, die sie abonniert hatten. Weitere 34,7 Prozent bekundeten, dass der Inhalt nicht über legitime Quellen in ihrem Land (in diesem Fall Großbritannien) verfügbar war.

Unter den Usern, die Raupkopien nutzen, versuchten 83 Prozent zuerst, Inhalte durch legale Wege zu finden. Circa 91% derjenigen, die zugeben, auf illegal geteilte Inhalte zuzugreifen, gaben an, dass sie für einen Abonnementdienst wie Netflix, Amazon Prime Video, Spotify oder Apple Music bezahlen.

Muso zieht aus den Studienergebnissen die Schlussfolgerung, dass viele Personen keine Piraterie betreiben würden, wenn es legale Alternativen gäbe. Paul Briley, Chief Commercial Officer von Muso, führt dazu aus: “Wir wollen die Wahrnehmung, dass Piraterie-Zielgruppen nicht für Inhalte bezahlen, grundsätzlich in Frage stellen.” Inhaltseigentümer sollten als Lösung “neue Wege finden, um ihre Inhalte leichter auffindbar zu machen, um diese Zielgruppen zu erreichen und dabei neue Umsatzchancen zu erschließen.”

Offensichtlich ist Piraterie sogar ein größeres Problem. Muso hat zuvor festgestellt, dass die Piraterie 2017 weltweit um 1,6 Prozent angestiegen ist. Laut Muso haben Verbraucher im Jahr 2017 rund 300 Milliarden Internet-Piraterie-Seiten besucht. Die Firma stellte weiterhin fest, dass das illegale Streaming und Downloads von TV-Shows und Musik letztes Jahr zugenommen haben, während das Volumen der Filmpiraterie tatsächlich zurückgegangen ist. Möglich ist, dass hier der Rückgang auf das Aufkommen billiger und breit verfügbarer Streaming-Media-Dienste, wie Netflix und Spotify, zurückzuführen ist.

Bildquelle: marzarodi, thx! (CC0 Public Domain)

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