Postbank-Studie: Kryptowährungen als Geldanlage bei Deutschen beliebt

Postbank-Studie: Kryptowährungen als Geldanlage bei Deutschen beliebt

Gemäß der am 29.05.2018 veröffentlichten Postbank Digitalstudie 2018 zieht jeder dritte Deutsche Kryptowährungen als Geldanlage in Betracht, bei den unter 35-Jährigen ist es sogar jeder Zweite. Allerdings besitzen nur drei Prozent der Bundesbürger tatsächlich Kryptowährungen. In einer repräsentative Umfrage wurden zwischen Februar und März 3.100 Deutsche befragt. Es erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe nach Bundesland (Proportionalisierung), Alter und Geschlecht.

Mit der Studie zeigt Postbank nun schon zum vierten Mal in Folge, welche Entwicklungen sich in den verschiedenen Lebensbereichen der Deutschen in Bezug auf Digitalisierung und Finanzen abzeichnen. Demnach liegen digitale Währungen hoch in der Gunst der Deutschen, denn immerhin 29 Prozent ziehen das Anlegen ihres Geldes in Kryptowährungen, als eine interessante Form der Geldanlage, in Betracht. Bei Menschen, die jünger als 35 Jahre sind, kommen für 46% der Befragten Bitcoin, Ethereum und Co. als Geldanlage in Frage.

Die Studie zeigt: während Frauen (60 Prozent) besonders die Unabhängigkeit von der Geldpolitik der Notenbanken als Vorteil hervorheben, stehen bei Männern (56 Prozent) die großen Renditechancen höher im Kurs. Für jeden dritten Kryptofan spielt die Pseudo-Anonymität, als wichtiger Bestandteil von Kryptowährungen, eine große Rolle. Bei einem “physischem Besitz von Kryptowährungen hat auch kein Bankmitarbeiter oder Broker Einblick ins Depot”. Diese Anonymität macht Kryptowährungen attraktiv. Nervenkitzel und das „Goldgräber-Feeling“, in eine noch relativ neue, digitale Anlageform zu investieren, sind für jeden fünften Interessenten entscheidend.

Somit ist das Interesse an der Kryptowährung da und besteht auch fort, trotz immer wieder vorkommender Kurseinbrüche, die Adaption ist zudem weit fortgeschritten. Es besitzen immerhin sechs Prozent der jungen „Digital Natives“ bereits Coins, also doppelt so viel wie der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. In den kommenden zwölf Monaten wollen sich weitere 14 Prozent der 18- bis 34-Jährigen noch Kryptowährungen zulegen.

Bei 56 Prozent der Befragten überwiegen allerdings noch die Bedenken. Sie meinen, dass ihnen das Risiko zu hoch sei, während die Hälfte einräumt, dass sie sich mit Kryptowährungen zu wenig auskennen. Knapp 30 Prozent der Befragten hatten Bedenken bezüglich der Technologie: Kryptowährungen wären „rein virtuell“, Angst vor Hackern spielt auch eine Rolle. 30 Prozent gaben an, dass sie der fehlende Einlagenschutz von einer Investition abhalte, während 29 Prozent die fehlende staatliche Kontrolle reklamieren.

Dr. Thomas Mangel, Chief Digital Officer der Postbank, bringt in einem Statement deutlich seine Skepsis zu dem Studienresultat zum Ausdruck: „Es ist bemerkenswert, dass das Interesse der Deutschen an Kryptowährungen als Geldanlage trotz hoher Kursverluste und offenbarer Risiken immer noch groß ist. Hier liegt mit Sicherheit eine reelle Gefahr, dass Menschen Geld verlieren, nur weil sie einem Hype folgen.“

Zwar meinen die Deutschen, dadurch, dass sie sich regelmäßig über aktuelle Entwicklungen der Kryptowährungen informieren, ein gutes Wissen darüber zu haben. Das gab immerhin jeder Fünfte der Befragten an, 29 Prozent der 18- bis 34-Jährigen halten sich für „Kryptokenner“. Mangel hält jedoch auch da dagegen: “Aufgrund des Medienhypes überschätzen viele Menschen ihr Wissen über Chancen und Risiken von Kryptowährungen als Geldanlage.”

Jungen Anlegern gibt Mangel noch mit auf den Weg: “Bei aller Faszination sollten junge Anleger aber auch Angebote aus dem etablierten Bankensystem nicht aus dem Blick verlieren. Wer schon um Wertpapiere als Geldanlage einen Bogen macht, der sollte aufgrund der hohen Risiken erst recht nicht in Kryptowährungen investieren. Denn diese Art von Investment ist hoch spekulativ“. Man sollte sich den Totalverlust stets vor Augen halten und nur so viel investieren, wie man auch verlieren könnte, rät Dr. Mangel.

Bildquelle: TheDigitalArtist, thx! (CC0 Public Domain)

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