Yahoo-Hack: Fünf Jahre Haft für Kanadier

Yahoo-Hack: Fünf Jahre Haft für Kanadier

Wie das Justizministerium am Dienstag mitteilte, muss der 23-Jährige Kanadier Karim B. für fünf Jahre in das Gefängnis, weil er nach einem Cyberangriff auf Yahoo russischen Agenten Zugang zu Webmail-Konten verschafft haben soll. Ein Bezirksrichter in San Francisco verurteilte ihn zusätzlich zu einer Geldstrafe von 250.000 US-Dollar (rund 216.000 Euro), die sein gesamtes verbleibendes Vermögen umfasst. Drei weitere Angeklagte wurden bisher nicht gefasst.

Dem 23-jährigen Hacker gelang es, in den Jahren von 2014 bis 2016, in die Systeme des Internetkonzerns Yahoo einzudringen und Informationen zu mindestens 500 Millionen Yahoo-Konten zu stehlen. Agenten des russischen Geheimdienstes FSB sollen den Kanadier dann gegen Bezahlung dafür angeheuert haben, ihnen mittels der erbeuteten Yahoo-Daten gezielt Zugang zu mindestens 80 Webmail-Konten, unter anderem von Journalisten und Regierungsbeamten, zu verschaffen.

Der im März 2017 in Kanada festgenommene und später in die USA ausgelieferte Karim B., bekannte sich im November für schuldig. Er gab zudem zu, in dem Zeitraum von 2010 bis 2017 für das Hacken von mehr als 11.000 Webmail-Konten verantwortlich zu sein. Da drei Mitangeklagte mit russischer Staatsangehörigkeit sich derzeit noch auf freiem Fuß befinden, ist der Kanadier der einzige Hacker, der sich im Zusammenhang mit dem Cyberangriff auf Yahoo vor Gericht verantworten musste. Die Offiziere, Dmitry D. und Igor S. leben in Russland, ebenso wie der lettische Hacker Alexsey B., die gleichfalls in den Yahoo-Hack verwickelt waren. Jedoch angesichts ihres Wohnortes müssen diese drei keine Konsequenzen für ihre Beteiligung befürchten, ausschließlich B.s kanadische Staatsbürgerschaft war ausschlaggebend für die Strafverfolgung.

Der stellvertretende US-Staatsanwalt für den nördlichen Distrikt von Kalifornien, Alex G. Tse spricht zudem Urteil eine deutliche Warnung an Hacker aus: “Die verhängte Strafe spiegelt die Ernsthaftigkeit des Hackens wider. Hacker wie B. handeln ohne Rücksicht auf die kriminellen Ziele der Leute, die sie anheuern und bezahlen. Diese Hacker sind keine Nebenspieler. Sie sind ein wichtiges Instrument, das Kriminelle nutzen, um illegal personenbezogene Daten zu erhalten und zu verwerten. Indem er B. zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt hat, hat das Gericht Hackern eine klare Botschaft übermittelt, dass die Teilnahme an Cyberangriffen, die von Nationalstaaten gesponsert werden, zu erheblichen Konsequenzen führen wird.”

Der stellvertretende Justizminister Demers ergänzt dazu: “Kriminelle Hacker und die Länder, die sie unterstützen, machen einen schweren Fehler, wenn sie amerikanische Firmen und Bürger angreifen. Wir werden sie identifizieren, wo auch immer sie sind, und sie vor Gericht bringen. Ich möchte den kanadischen Strafverfolgungsbehörden für ihre enorme Hilfe bei der Strafverfolgung B.s danken. Wir werden weiterhin mit unseren ausländischen Partnern zusammenarbeiten, um diejenigen zu finden und strafrechtlich zu verfolgen, die gegen unsere Gesetze verstoßen.”

Bildquelle: mohamed_hassan, thx! (CC0 Public Domain)

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