Kryptowährungsmining: Tschechischer Abgeordneter schürfte auf Staatskosten

Kryptowährungsmining: Tschechischer Abgeordneter schürfte auf Staatskosten

Der tschechische Parlamentsabgeordnete der Piratenpartei Tomas Vymazal hat in seiner Dienstwohnung auf Staatskosten Münzen der Kryptowährung ZCash geschürft. Das Minen fiel nur deshalb auf, weil der Stromverbrauch in der Wohnung im historischen Prager Stadtzentrum ungewöhnlich hoch war, wie das Nachrichtenportal aktualne.cz am Donnerstag berichtete.

Das eigentliche Mining besteht darin, neu fertiggestellte Blocks aufzuspüren, diese in Hashs umzuwandeln und die Hashs dann der Blockchain hinzuzufügen. Dafür gibt es eine Belohnung: Zum einen werden bei der Erstellung neuer Hashs neue Kryptowährung erzeugt und zum anderen bekommt der jeweilige Teilnehmer einen Teil der Transaktionsgebühren. Computer berechnen komplexe mathematische Algorithmen und verdienen damit Münzen. Der Prozess ist sehr energieintensiv. Es wird viel Strom verbraucht, zugleich wird dabei aber auch Wärme freigesetzt.

So rechtfertigte sich der Abgeordnete für sein Vorgehen mit der Begründung, dass er die Abwärme seines mit drei Grafikkarten aufgerüsteten PCs im Winter zum Heizen benutzt hätte, um nicht zu frieren. In seiner Wohnung wäre es mit 16 Grad Celsius unerträglich kalt gewesen. Als Konsequenz möchte er die beim Minen verdienten ca. hundert Kronen karitativen Zwecken spenden. Zudem werde er für die erhöhten Stromkosten selbst aufkommen, gab der 28-Jährige bekannt.

Die tschechische Piratenpartei war bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus vom Oktober überraschend auf 10,8 Prozent der Stimmen gekommen und damit drittstärkste Kraft geworden. Die Partei sprach durch ihr Programm, ihrem Einsatz für direkte Demokratie und E-Government, vor allem junge Wähler an.

Bildquelle: falco, thx! (CC0 Public Domain)

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