Studienergebnisse Bitcoin-Mining: Stromverbrauch bis Ende 2018 bei 0,5% der weltweiten Energie

Studienergebnisse Bitcoin-Mining: Stromverbrauch bis Ende 2018 bei 0,5% der weltweiten Energie

Wirtschaftswissenschafter Alex de Vries hat eine aktuelle Studie mit dem Namen „Bitcoins wachsendes Energieproblem“ veröffentlicht, um damit einen Versuch zu starten, die tatsächlichen Mengen an Stromverbrauch zu bestimmen. Seinen Berechnungen zufolge liegt der aktuelle Betrieb bei 2,55 Gigawatt, was fast dem Verbrauch von Irland entspricht. Jedoch soll demnach bis Jahresende der Wert schon auf 7,67 Gigawatt ansteigen und damit praktisch mit dem Energieverbrauch ganz Österreichs gleichziehen. Das entspricht etwa 0,5 Prozent des weltweiten Energie-Verbrauchs.

In dieser ersten, von Experten begutachteten Studie zur Quantifizierung des Energiebedarfs von Bitcoin, die am 16. Mai in der Zeitschrift Joule erschien, hat Alex de Vries verschiedene Methoden skizziert, die derzeit bei der Bestimmung des aktuellen und zukünftigen Stromverbrauchs des Bitcoin-Netzwerks verwendet werden, und stellt fest, dass: “der Versuch, den Stromverbrauch der Bitcoin-Miningmaschinen zu messen, bis heute eine Herausforderung darstellt.” De Vries nutzt dabei Bitmains Antminers als sein Hauptbeispiel, um zu zeigen, wie viel Energie jede Maschine in ihrer Lebensdauer verbraucht.

De Vries räumt ein, dass seine Berechnungen auf Schätzungen basieren. Vielleicht ist es sogar unmöglich, jemals den exakten Energieverbrauch des Bitcoin-Netzwerkes zu berechen, doch die Mindest- und Höchstwerte können mithilfe von Modellen verlässlich berechnet werden. Um die Modelle so exakt wie möglich zu gestalten, benötigt de Vries jedoch viele Informationen, die auf dem größtenteils unregulierten Krypto-Markt nur begrenzt verfügbar sind. So hat Alex de Vries auch andere Wissenschaftler dazu aufgerufen, ebensolche Berechnungen anzustellen, denn nur wenn man den Energieverbrauch realistisch einschätzen kann, könne man die Probleme und Herausforderungen rund um Kryptowährungen vorausschauend erkennen, um entsprechend darauf zu reagieren.

Gemäß der Studie erweist sich der Betrieb der Bitcoin-Infrastruktur als weitaus energieintensiver als vermutet. Zudem würde es sich bei den Berechnungen um Werte am unteren Ende der Skala handeln, so de Vries. Der tatsächliche Energieaufwand könnte folglich noch höher sein. Momentan verbraucht eine Bitcoin-Transaktion etwa so viel wie ein durchschnittlicher niederländischer Haushalt in einem Monat. Bitcoins wachsende Nachfrage nach Strom hat bereits in der Vergangenheit ebenso viel Aufmerksamkeit erregt wie der schwankende Wert der Kryptowährung an sich. So wurde erst Mitte Februar darüber berichtet, dass das Krypto-Mining in Island 2018 mehr Energie verbrauchen würde als die gesamten Haushalte im Land.

Auch de Vries zeigt sich von seinen Studienergebnissen überrascht und zugleich besorgt: “Der enorme Energieaufwand im Vergleich zum traditionellen Finanzsystem ist extrem und der steigende Verbrauch wird uns definitiv nicht helfen, unsere Klimaziele zu erreichen. Für mich ist ein halbes Prozent schon ziemlich schockierend.” Wenn der Preis von Bitcoin weiter steigt, wie einige Experten prognostiziert haben, glaubt de Vries, dass das Netzwerk eines Tages 5% der weltweiten Elektrizität verbrauchen könnte. Allerdings bemerkt er weiter, dass Lösungen, wie das Lightning Network die Situation entschärfen würden.

Bildquelle: Artturi_Mantysaari, thx! (CC0 Public Domain)

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