Florida: Betreiber der Website Mugshots.com festgenommen

Florida: Betreiber der Website Mugshots.com festgenommen

Der kalifornische Generalstaatsanwalt Xavier Becerra hat am 16.05.2018 Anklage wegen Erpressung, Geldwäsche und Identitätsdiebstahl gegen vier Angeklagte erhoben, die mutmaßlichen Betreiber der Website Mugshots.com. Zwei Betreiber der Seite wurden in Florida festgenommen, gegen zwei weitere liegen Haftbefehle vor. Die Straftäter sollen innerhalb von drei Jahren mit auf ihrem Portal veröffentlichten Polizeifotos mehr als 64.000 US-Dollar von rund 175 Betroffenen aus Kalifornien und mehr als 2 Millionen US-Dollar von tausenden Betroffenen im gesamten Land abkassiert haben.

In den USA werden gewöhnlich Polizeifotos (“mugshots”) nach einer Festnahme von vermutlichen Tätern angefertigt. Diese Aufnahmen sollten ursprünglich eine Hilfe für Strafverfolger sein, um die entsprechenden Personen später identifizieren zu können. Die so entstandenen Lichtbilder sind gemeinfrei und können somit auch von jedem veröffentlicht werden, auch wenn gegen die derart Abgelichteten keine Anklage erhoben wird oder die Festnahme sich als Fehler entpuppte.

Profit aus diesen Fotos zu schlagen, entdeckten Cyberkriminelle als eigenen Geschäftszweig für sich. Sie kamen auf die Idee, von der Notlage anderer zu profitieren, indem sie auf ihrer Webseite Mugshots.com jene Polizeifotos veröffentlichten und von den Abgebildeten Geld verlangten, wenn diese die Portraits entfernt haben wollten. Die Kriminellen haben die in der USA gemeinfreien Polizeifotos auf Polizeiwebseiten gesammelt, bei sich online gestellt, ohne das Wissen und die Zustimmung der jeweiligen Personen, und danach abkassiert: Personen, die von den Betreibern eine Löschung ihrer Bilder verlangten, um etwa negative Treffer bei Google zu vermeiden, wurden aufgefordert für die Entfernung des Inhalts eine Gebühr zu entrichten. In Kalifornien war die Praxis seit 2014 unter Strafe gestellt worden, ähnliche Gesetze gab es auch noch anderswo.

Für Generalstaatsanwalt Becerra erweist sich die eigentliche Straftat genau darin, dass: “Diese Entgelt-Aktion versucht, von der Demütigung anderer zu profitieren. Diejenigen, die es sich nicht leisten können, in dieses Schema zu zahlen, um ihre Informationen entfernen zu lassen, zahlen dann eben bei der Job-, Wohnungs- oder Partnersuche den Preis. Genau darin besteht die Erpressung, eindeutig.”

Bildquelle: Clker-Free-Vector-Images, thx! (CC0 Public Domain)

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