Darknet-Deal geplatzt: Waffenkäufer festgenommen

Darknet-Deal geplatzt: Waffenkäufer festgenommen

Laut einer Pressemitteilung vom 30.04.2018 haben Zollfahnder in Bremen am 26.04.2018 einen 38-Jährigen Mann verhaftet. Er hat Waffen im Darknet gekauft, geriet aber bei seinen “dunklen” Geschäften an keinen Waffenhändler, sondern an eine Spezialeinheit des Zolls, an das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main. Der Zugriff erfolgte bei der vereinbarten Übergabe.

Ein 38-Jähriger hatte bei einem über das Darknet eingefädelten Deal Pech. Er wollte zwei Pistolen ordern mit 500 Schuss Munition. Sein Auftragnehmer war jedoch nicht wie erwartet ein Waffenhändler, sondern Beamte der Ermittlungskommission (EK) “Flieger” des Zollfahndungsamtes in Frankfurt am Main. Bei der vereinbarten Übergabe am vergangenen Donnerstag schnappte dann erwartungsgemäß die Falle zu. Der Mann wurde festgenommen.

Auch bei einer anschließend stattfindenden Hausdurchsuchung wurden die Beamten fündig. Die Ermittler stellten in der Wohnung des Verdächtigen sechs legale Schusswaffen mit mehrere Tausend Schuss Munition und eine unbrauchbar gemachte Handgranate sicher. Zudem entdeckten die Fahnder fünf Deko-Waffen – vier Pistolen und eine Schrotflinte, die nicht den Vorschriften entsprechend zurückgebaut waren.

Die Waffen wurden beschlagnahmt. Der Fund der vermeintlich scharfen Handgranate führte zur Evakuierung des Wohnhauses. Der herbeigerufene Kampfmittelräumdienst gab dann aber Entwarnung, weil die Handgranate unbrauchbar gemacht worden war. Diese Feststellung konnte allerdings nur von Fachleuten eindeutig getroffen werden. Weiterhin fanden die Beamten auch am Arbeitsplatz, in einem Spind, eine Pistole P8, dazu 25 Schuss Munition, die der Sportschütze laut Waffenbesitzkarte zwar legal besaß, jedoch falsch lagerte.

Der Tatverdächtige wurde nach den Maßnahmen wieder aus der Haft entlassen. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Bremen wurden Ermittlungsverfahren im März 2018 eingeleitet.

Spezialgebiet der EK „Flieger“ sind Waffengeschäfte im Darknet. Zu ihren Erfolgen seit Anfang 2015 zählen nach Angaben des Zollfahndungsamtes die Durchführung von 70 Ermittlungsverfahren sowie die Sicherstellung von 120 Schusswaffen, darunter fünf Kriegswaffen, als auch 8000 Schuss Munition.

Bildquelle: stevepb, thx! (CC0 Public Domain)

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