Europol: Internationalen Ermittlern gelingt Schlag gegen IS-Onlinepropaganda

Europol: Internationalen Ermittlern gelingt Schlag gegen IS-Onlinepropaganda

Wie Europol am Freitag meldete, leiteten die Strafverfolgungsbehörden der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Kanadas und der USA am 25. April 2018 eine gemeinsame Aktion gegen die Propagandakanäle der Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) ein. Ziel war es, den Propagandafluss einzudämmen. Die Attacke wurde von der belgischen Staatsanwaltschaft koordiniert, Polizeieinheiten in den Niederlanden, 
Kanada und den USA hätten mehrere Server beschlagnahmt.

Angegriffen wurden Amak, eine Nachrichtenagentur vom IS, der Radiosender Al-Bayan, aber es wurden auch in Bulgarien, Frankreich und Rumänien Daten sichergestellt. Über Amak bekannte sich die Terrormiliz regelmäßig zu Anschlägen. Man wollte mit dem Angriff, der seit 2015 vorbereitet wurde, erreichen, die Verbreitung terroristischen Materials durch den IS zu verhindern. In einer Aktion im Juli 2017 hatten spanische Ermittler bereits 
mehrere IS-Server lahmgelegt und dadurch radikalisierte Personen in über 100 Ländern identifizieren können. Auch hier erhoffen sich die Ermittler durch eine Datenauswertung eine Identifizierung der Hintermänner sowie anderer Involvierter.

Rob Wainwright, Europol-Direktor, gibt sich optimistisch und meint: “Mit dieser bahnbrechenden Operation haben wir der Fähigkeit des IS, Propaganda online zu verbreiten und junge Leute in Europa zu radikalisieren, einen heftigen Schlag versetzt.” Erste Analysen der BBC lassen allerdings einige Zweifel am Erfolg der Maßnahmen aufkommen. Demnach sei die Onlinepropaganda des IS zwar deutlich zurückgegangen, konnte aber bislang nicht völlig unterbrochen werden. Zumindest auf Telegram gibt es noch Aktivitäten.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

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